Der Weikerthof in Mönchswalde

Nach dem 30jährigen Krieg (um 1650) inmitten des Mönchswaldes errichtet diente dieses Langständer- Umgebinde/ Fachwerkhaus zuerst als Försterei, später wurde es dann als Wohnstallhaus genutzt - der Mönchswald ringsherum war soweit gerodet, dass im näheren Umfeld weitere Siedlerhäuser entstanden und sich Landwirtschaft entwickelte.
Das Haus wurde im Laufe der Jahrhunderte ständig umgebaut und erweitert, eine kleine Scheune kam auch später hinzu. Sie war aus u.a. altem Holz von Abrisshäusern erbaut worden, auch Eichenholz von der alten böhmischen Brücke in Obergurig kam dabei zum Einsatz und ist heute teilweise auch noch erhalten, obwohl die Scheune um 1930 zu einem teilweise ausgemauerten Schuppen notdürftig umgestaltet wurde. Das Wohnhaus erhielt 1907 ein neues Umgebinde, Teile der Blockstube wurden erneuert, die Langständer sowie das Fachwerk verkleidet und der Kellereingang musste aufgrund einer geänderten Treppenführung verändert werden. In diesem Zuge baute man auch an der Westseite des Hauses, wo bisher ein provisorischer Anbau mit Schleppdach stand einen massiv gegründeten Anbau an, wobei auch die originale Dachschiefereindeckung entfernt wurde um dann einen neuen Dachstuhl mit verändertem Dachwinkel auf das gesamte Wohnhaus zu errichten. Kurz vor dem 1. Weltkrieg begann Johann August Weikert schräg gegenüber dem Wohnhaus eine neue große Scheune mit Stallungen zu bauen, fertiggestellt wurde diese dann aber erst nach 1920, da der Bauherr in den Krieg musste. Heute wird diese Scheune, von 1983- 1989 umgebaut, als Wohnhaus genutzt.
Bis 1989 diente der Weikerthof unter Johann Traugott Weikert (1911- 1989) als Wohnhaus für die Familien Weikert und Kott als auch als Domizil für Schafe, Hühner und Kaninchen. Bis Ende der 1970er Jahre auch für Kühe.
Die letzte Bewohnerin war bis 1997 Frau Frieda Weikert, die dann zur Familie ihrer Tochter zog.
Von diesem Zeitpunkt an begannen umfangreiche Aufräum- und Entkernungsarbeiten an dem mittlerweile ziemlich maroden Baudenkmal. So wurden morsche Balken, Verkleidungen, baufällige Anbauten und die veraltete Elektroanlage entfernt bzw. erneuert.

2011 wird die vollständige Rekonstruktion des Umgebindehauses abgeschlossen. Das Haus wird heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt und ist regulär nicht öffentlich zugängig.
Äußerst sehenswert sind heute u.a. der historische Feldsteingewölbekeller, die gemütliche Blockstube und der seltene Laubengang an der Ostseite.

Besuche und Führungen nur nach vorheriger Anmeldung und Absprache!



Geschichte der Rekonstruktion